Onomasiologische Wörterbücher – Bibliographie raisonnée

     
 

Einleitung I

Der Begriff ›onomasiologisch‹

Auszugehen ist vom bilateralen Modell von F. de Saussure, wonach das sprachliche Zeichen die Verbindung einer ›Vorstellung‹ (›concept‹, im Folgenden zwischen {}) mit einem ›Lautzeichen‹ (›image acoustique‹, im Folgenden kursiv) sei (»Grundfragen« I, 1, § 1).

Die semasiologische Forschung geht aus vom ›image acoustique‹ und stellt die Frage »Was bedeutet dieses Wort?« Beispiel: Absatz: {Teil des Schuhs}; {Plattform}; {typographisches Gestaltungsmittel [Alinea]}; {Verkauf [oekonom.]}

Die onomasiologische Forschung geht aus vom ›concept‹ und fragt: »Mit welchen Wörtern wird dieses Konzept repräsentiert?« Beispiel: {Verstandesanlagen beim Menschen} — Intelligenz, Witz, Klugheit, Urteilskraft usw.

Ein semasiologisch ausgerichtetes Wörterbuch kann (wenn die Schriftkultur das zulässt) alphabetisch angelegt werden. Ein onomasiologisch ausgerichtetes Wörterbuch muss die abstrakten Konzepte in ein möglichst sprachunabhängiges System bringen. (Die Linguisten sprechen von der Makrostruktur des Thesaurus. Weil die Lemmata an gewissen Orten [griech. topoi] abgelegt sind, spricht man auch von topischen Ordnungen.)

Wegen der verwendeten Systematiken sind solche Sammlungen für die Enzyklopädieforschung interessant. Ausserdem haben nach Sachgruppen geordnete Vokabulare eine Drift zur Realenzyklopädie; ein schönes Beispiel ist der Ausbau von Comenius’ »Janua« zu Pexenfelders »apparatus«.

DIDEROT schreibt im Artikel »Encyclopédie« (Band 5 der Encyclopédie 1755; fol. 640 vb.): Le nombre des systèmes possibles de la connaissance humaine est aussi grand que celui des points de vue. Le seul, d’où l’arbitraire serait exclu, c’est le système qui existait de toute éternité dans la volonté de Dieu.

Für die Weltsicht der System-Erbauer aufschlussreiche Konzepte, die in den verschiedenen Systemen an anderen Orten stehen, sind beispielsweise: {Weg und Reise}, {Maskierung}, {Emotionen}, …

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Einleitung II

Absichten, die mit onomasiologische Sammlungen verfolgt wurden:

• Bereitstellung von Wort-Vorrat (»copia«) für den in Sprachnot befindlichen Redner, Briefeschreiber, Prediger, die Sekretärin usw. (vgl. Ersamus, Schöpper);

• Leichteres Erlernen von Fremdsprachen durch bessere Memorierbarkeit in Sachbezügen (vgl. Bathe, Comenius, Becher);

• Übersetzerhilfe;

• Eruieren feinster semantischer Differenzierungen, von Definitionen (Sophisten, vgl. Prodikos);

• Catalogus mundi, beruhend auf einer naiven Sprachauffassung, wonach die Wörter Etiketten an vor-gegebenen Entitäten sind;

• Vergleichbarkeit von Dingen, in verschiedenen Dialekten oder Sprachen (z.B. Pflanzen-Bezeichnungen für den Apotheker; Questionnaire in der Dialektgeographie);

• Heuristik zum planmässigen Vergleich des Wortschatzes aus zwei Kulturen oder historischen Stufen (Jost Trier 1931);

• Rekonstruktion der »sprachlichen Zwischenwelt« (Leo Weisgerber), d.h. des durch das Lexikon mitgeprägten Weltbilds einer bestimmten Kultur;

• Über-alltagssprachliches Begriffsysystem als Fundament einer Universalsprache (Lull, Descartes, Leibniz, u.a., vgl. Eco 1994).

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Hinweise auf Forschungsliteratur

Jost TRIER, Der deutsche Wortschatz im Sinnbezirk des Verstandes. Von den Anfängen bis zum Beginn des 13. Jahrhunderts, 1931; Unveränderter Nachdruck: Heidelberg: Winter 1973.

Franz DORNSEIFF, Vorrede (1933) S. 7*–48*; in späteren Auflagen leicht überarbeitet.

Bruno QUADRI, Aufgaben und Methoden der onomasiologischen Forschung. Eine entwicklungsgeschichtliche Darstellung, Bern 1952.

Peter KÜHN, Der Grundwortschatz, (Reihe Germanistische Linguistik 17), Tübingen 1979.

Werner HÜLLEN (Hg.), The World in a List of Words, (Lexicographica, Series Maior 58), Niemeyer Tübingen 1994.

Werner HÜLLEN, English dictionaries, 800–1700: the topical tradition, Oxford University Press 2006.

Wörterbücher . Dictionaries . Dictionnaires. Ein internationales Handbuch zur Lexikographie, hg. von Franz Josef Hausmann, Oskar Reichmann, Herbert Ernst Wiegand, Ladislav Zgusta = Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft 5, Berlin: de Gruyter 1990. 2. Teilband, VIII. Wörterbuchtypen; III. Paradigmatische Spezialwörterbücher (= Kap. 101ff.; verschiedene Autoren)

In der 8. Ausgabe des »Dornseiff« (2004): Herbert Ernst WIEGAND: Lexikographisch-historische Einführung (S. 9*–48*) – Ausgewählte Bibliographie zu Lexikographie und Onomasiologie (Forschungsliteratur S. 101*–159*; Wörterbücher S. 160*–192*)

Andreas FISCHER, The notional structure of thesauruses, in: Categorization in the history of English, ed. by Christian J. Kay and Jeremy J. Smith, Amsterdam: Benjamin, 2004 (Amsterdam studies in the theory and history of linguistic science : Series 4, Current issues in linguistic theory 261). pp. 41–58.

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Alphabetischer Überblick nach Autorennamen

Die onomasiolog. Werke sind unten chronologisch angeordnet; selbstverständlich ist die Liste nur exemplarisch!

Werke, die nicht systematisch geordnet sind, sondern alphabetisch, sind weggelassen, also z.B.

Leonhard Schwarzenbach, »Synonyma« (1564) Vgl. Ulrike Haß, Leonhard Schwartzenbachs Synonyma. Tübingen: Niemeyer 1986 (Lexicographica. Series maior 11)

Eberhard / Maaß / Gruber, Versuch einer allgemeinen teutschen Synonymik (1819–1830)

Francesco Alunno
William Bathe
Johann Joachim Becher
Johann Amos Comenius
Franz Dornseiff
Erasmus von Rotterdam
Isaac Habrecht
Rudolf Hallig / Walther von Wartburg
Hadrianus Junius
Johannes Kotmann
Michael Pexenfelder
Roberts & Kay
Peter Mark Roget
Daniel Sanders
Jakob Schöpper
Johannes Schröpfer
Summarium Heinrici
Varro
John Wilkins

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Onomastika des Alten Orients

Auf die Listen der Sumerer und Ägypter (z.B. das Onomastikon des Amenemipet) [www] sei hier nur pauschal hingewiesen. Jürgen Osing, Artikel »Onomastika«, in: W. Helck et al., Lexikon der Ägyptologie, Bd. IV, Wiesbaden 1982, S. 572.

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Lexikographie des klassischen Altertums

Vgl. Johannes Tolkiehn, Artikel »Lexikographie« in: Pauly / Wissowa, Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft 12 (= 24. Halbband; 1925), 2432–2482.

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Marcus Terentius Varro (116 – 27 v. Chr.), »de lingua latina«

Jean Collart (Éd.): Varron, De lingua Latina. Livre V., Paris: Les Belles Lettres 1954 (Ausgabe des fünften Buches mit französischer Übersetzung und Kommentar).

E-Text [www] des V. Buchs lateinisch / französisch im Web, édition de M. Nisard, numérisée par Marc Szwajcer.

Systematik [PDF]

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Julius Polydeukes Pollux, »Onomasticon« (2. Jh. AD)

Julius Pollux (Ιουλιος Πολυδευκης; 2. Jh. n. Chr.) war ein aus Alexandria stammender Grammatiker. Sein Onomastikon ist nach Themen geordnet.

Moderne Ausgabe: Pollucis Onomasticon; e codicibus ab ipso collatis denuo edidit et adnotavit Ericus Bethe, Leipzig: Teubner 1900–1931 (Lexicographi Graeci 9)

Lateinische Adaptation: Pollucis vocabularii index in latinum tralatus, ut vel graece nescientibus nota sint, Venetiis: Aldus 1502.

Frank Hieronymus über die Ausgabe Basel 1536 [www]

Einteilung [nach Dornseiff, 5. Aufl. 1959, S. 33]:
1. Götter, ihre Kultstätten, Bilder, Altäre, Tempel, Herrichtung und Zerstörung,
Priester, Seher, Seherkunst, Fromme, Gottlose, Könige, Färbung, Kaufleute, Hand-
werker, Haus, Schiffe, Wetter, Heereswesen, Pferde und Reitkunst, Haustiere, Land-
wirtschaft, Pflug, Wagen, Bienen.
2. Menschen, Altersstufen, Geburt, Körperteile.
3. Geschlecht, Verwandtschaft, Ehe, Kinder, Freunde, Herren, Sklaven, Bankiers,
Geld, Landaufenthalt, Reise, Trauer, Freude, Krankheit, Kauf, Verkauf.
4. Bildung: Grammatik, Rhetorik, Philosophen, Sophisten, Dichter, Musik und
ihre Instrumente, Tanz, Theater, Astronomie, Medizin und Krankheiten.
5. Jagd, Hunde, Jagdtiere; Frauenschmuck; Mut, Furcht; Pharmazie; Gebet,
Ruhm
6. Gastmahl, Wein, Speisen, Salben, Unterhaltung, Schmeichler.
7. Markt, Kauf, Verkauf, Händler, Waren, Kleider, Geld, Handwerker, Geräte.
8. Gericht, Richter, Prozesse, Straf en, Sykophanten usw.,
9. Stadt und Land, öffentliche Gebäude, Münzen, Spiele der Kinder, der Erwachsenen.
10. Geräte verschiedenster Art wie Gefäße, Klinen, Aborte, Waschgeschirr,
Tische, Kochgeschirr, Salbgefäße, Damentoilette, Ephebengeräte.

Cinzia Bearzot, L’Onomasticon di Giulio Polluce tra lessicografia e antiquaria, Milano 2007.

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»Summarium Heinrici« (Ende 11. Jh.)

Summarium Heinrici, hrsg. von Reiner Hildebrandt:
Bd. 1: Textkritische Ausgabe der ersten Fassung Buch I - X, Berlin / New York: de Gruyter, 1974 (Quellen und Forschungen zur Sprach- und Kulturgeschichte der germanischen Völker N.F. 61 = 185)
Bd. 2: Textkritische Ausgabe der zweiten Fassung Buch I - VI sowie des Buches XI in Kurz- und Langfassung
Berlin 1982 (QF 78 = 202)
Bd. 3: Wortschatz : Register der deutschen Glossen und ihrer lateinischen Bezugswörter auf der Grundlage der Gesamtüberlieferung, Berlin 1995 (QF 109 = 233)

Buch III: göttliches, menschliches tierisches Dasein – Buch IV: pflanzliches Leben – Buch V: Weltall, Erde, Kulturlandschaft – Buch VI: Steine und Metalle – Buch VII: Städtewesen und Architektur – Buch VIII: Völkerschaften, Stände, Berufe – Buch IX: Kleider, Nahrung, Getränke – Buch X: Kriegswesen, Gerichtsbarkeit, Schiffahrt, Ackerbau, Medizin.

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Johannes Kotmann, »Vocabularius optimus« (1328)

Der Luzerner Johannes Kotmann († 1350) bezeichnet sich in dem um 1328 nach Sachgruppen zusammengestellten lateinisch-deutschen Wörterbuch als Verfasser.

Die einzelnen Gruppen: Körperteile und Geistigkeit des Menschen – Verwandtschaft – … – Gebäude – Behältnisse – Werkstätten – Werkzeuge – Aufbewahrungsorte – Teile des Kirchengebäudes – Berufe und womit sie sich beschäftigen, a) Nahrungsmittel – dass. b) feste Materialien – c) Holz – d) Kleider – Kleidung und Schmuck – Paramente – Bettwäsche – e) Lederwaren, hier auch Pergament und Schreibzeug – Weinbau – Dinge, die man für Pferde benötigt – Wagnerei – Schiffbau – Ausrüstungsgegenstände für Kampf und Krieg – Übeltäter und Strafe – Gesundheitslehre – Kaufmannsstand – Schauspiel und Spiel – Musik – Grade der kirchlichen Hierarchie – Rechtssprchung – allerlei Wissenschaften – Literaturwissenschaft – Magie – Grade der weltlichen Hierarchie. Stände – … – Krankheiten – Tiere: Vögel – Vierfüßler – Kriechtiere und Schlangen – Fische – Pflanzen: Bäume und Kräuter – Gewürze – Gräser – allerlei chemische Stoffe – Edelsteine – Aufbau der Erde – Jahres- und Tageszeiten – Himmel und Gestirne

Oft erden nicht nur Übersetzngen sondern Sacherklärungen geboten, zB. [46.013] VENENUM : est humiditas aquosa subtilis et horribilis corpus humanum a tota spe perimens et occidens.

Die alte Ausgabe von W. Wackernagel, Basel: Schweighauser 1847 ist bei GoogleBooks einsehbar.

Neue Ausgabe: Vocabularius optimus, hg. Ernst Bremer, Teil 1: Werkentstehung und Textüberlieferung, Register / Teil 2: Edition, Tübingen: Niemeyer 1990 (Texte und Textgeschichte 28/29).

Dort S. 1–3: Register der 57 Kapitel (lateinisch).

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Erasmus von Rotterdam, »De duplici copia« (1512)

Erasmus von Rotterdam (1469–1536), De duplici copia rerum et verborum, Paris: Badius 1512.– Weitere, überarbeitete Ausgaben, die letzte zu Erasmus’ Lebzeiten Basel: Froben 1534.

Digitalisat einer Ausgabe Straßburg 1513 (BSB) [www]

On Copia of Words and Ideas, translated by Donald B. King and H. David Rix. Milwaukee, Wis.: Marquette University Press, 1963. – Collected works of Erasmus (Bd. 24 des Gesamtwerkes): De copia, de ratione studii / ed. by Craig R. Thompson, Univ. of Toronto Press, 1978 [mit engl. Übersetzung].

Angeregt worden ist Ersamus womöglich durch eine Stelle bei Quintilian, Inst. or. X, i, 5, wo es heisst, der Redner müsse sich feste Rücklagen und Stützen beschaffen, derer er er sich bei Bedarf bedienen kann; und diese bestehen aus Sachkenntnissen und Worten: Eae constant copia rerum ac verborum. Erasmus bietet keine systematische Ausbreitung des Wortschatzes, hat aber mächtig zu solchen Werken angeregt.

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Francesco Alunno, »La Fabrica del mondo« (1548)

Francesco [del Bailo] Alunno, La Fabrica del mondo, nella quale si contengono tutte le voci di Dante, del Petrarca, del Boccaccio & d'altri buoni autori, con la dichiaratione di quelle, & con le sue interpretationi latine, Vinegia: [de Bascarini] 15[46–]48. – Di nuovo ristamp., ricorr., et ampl. Vinegia: Gherardo 1557 — Venetia: Sansovi, 1560 und öfters bis 1600.

Ein frühes volkssprachl. onomasiologisches Wörterbuch. Alunno basiert auf dem Wortschatz der ›tre corone‹, geht aber weit über bloßes Zitieren von Stellen dieser Autoren oder ein Wörterbuch hinaus, insbesondere bei Göttern und Personen. Der onomasiologische Teil ist durchnumeriert, und zwei Register verweisen auf diese Nummern.
Den systematischen Aufbau enthält Marc Wilhelm Küster, Geordnetes Weltbild. Die Tradition des alphabetischen Sortierens von der Keilschrift bis zur EDV. Eine Kulturgeschichte, Tübingen: Niemeyer 2006, S. 438–443.

Das System prätendiert, auf den 10 Säulen zu basieren, auf denen die Welt auferbaut ist: Dio, Cielo, Mondo, Elementi, Anima, Corpo, Uomo, Qualità, Quantità, Inferno.

Die Einträge sind schwierig zu finden. Beispielsweise findet sich ¶ 511 Prigione (Kerker und dazu Gehöriges) unter Saturno, und dieser unter Cielo. – Die Lüge (¶ 2175 Menzogna) steht unter Voce, dies under Corpo. – Die Schmeichelei (Vezzo) unter Portamento, dies unter Uomo.

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Jakob Schöpper, »Synonyma« (1550)

Synonyma. Das ist, Mancherlei gattungen Deutscher worter, so im Grund einerley Bedeutung haben / Allen Predigern, Schreibern und Rednern zu Dienste colligiert und zusamen getragen. Durch Jacoben Schöpper, Dortmund: Soter 1550.

Die Synonyma Jakob Schöppers, neu hrsg. sowie mit einer Einleitung und einem dt. und lat. Register versehen von Karl Schulte-Kemminghausen, Dortmund: Ruhfus 1927.

Die Wörter sind der Bedeutung nach in 34 Gruppen geordnet.

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Hadrianus Junius, »Nomenclator« (1567)

Nomenclator, omnium rerum propria nomina variis linguis explicata indicans, Hadriano Iunio medico auctore, Antwerpen: Plantin 1567.

Hadrianus Junius (1511–1575): Nomenclator octilinguis: omnium rerum propria nomina continens. Ab Adriano Junio antehac collectus, nunc vero renovatus, auctus, [...]. Accessit [...] alter Nomenclator e duobus veteribus glossariis, Hermanni Germbergii opera et studio, [...]. (Beigefügt in: Ranconnet, Aimar de: Thrésor de la langue françoyse, tant ancienne que moderne. Rev. et augm. [...] par Jean Nicot. [...] Ensemble le Nomenclator de Iunius [....].), Paris: David Douceur 1606.

[wiewohl alphabetisch, dennoch aufgenommen]

Digitalisat dieser Ausgabe bei MATEO [www]

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William Bathe, »Janua Linguarum« (1611)

Janua Linguarum, sive modus maxime accommodatus, quo patefit aditus ad omnes linguas intelligendas. Industria Patrum Hibernorum Societatis Jesu, qui in Collegio ejusdem nationis Salmanticæ degunt, in lucem edita: et nunc ad linguam Latinam perdiscendam accommodata, […] Salmanticæ 1611.

Gulielmus Bateus S.J. (b. at Dublin, Ireland, 1564; d. at Madrid, 1614.) It was here that he wrote his principal work »Janua Linguarum« (Salamanca, 1611). It was designed to facilitate the study of languages and thus to aid missionaries, confessors, and students both young and old. For this purpose, 1330 short sentences were grouped under certain headings, the Latin and Spanish on opposite pages, with an index giving the translation of the Latin words — in all about 5300. The work went through many editions in which its method was applied, by various combinations, to eleven languages, including Greek and Hebrew. It was printed at London (1615), Leipzig (1626), Milan (1628), Venice (1655), and by 1637 it had been published in Bohemian, Illyrian, and Hungarian. An English edition (London, 1617) bore the title, »The Messe of Tongues (Latin, French, English, Hispanish)«. It naturally found imitators, and among these the great work by John Amos Comenius holds first rank. In the preface to his »Janua Linguarum Reserata« (1631), Comenius acknowledges his indebtedness to Bathe, while in the work itself he adopts and develops the plan which the Jesuit had originated. (from Catholic Encyclopedia [www])

Timothy Corcoran, Studies in the History of Classical Teaching, Irish and Continental, 1500-1700. [With special reference to William Bathe's Janua Linguarum and the Janua Linguarum Reserata of Comenius.], Educational Company of Ireland: Dublin & Belfast 1911.

Seán P. ´O Mathúna, William Bathe, S.J., a pioneer in linguistics, Amsterdam; Philadelphia: J. Benjamins Pub. Co 1986 (Amsterdam studies in the theory and history of linguistic science: Studies in the history of language sciences, V. 37)

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Isaac Habrecht, »Ianua Linguarum Silinguis« (1624)

Isaac Habrecht, Ianua Linguarum Silinguis, Latina, Germanica, Gallica, Italica, Hispanica, Anglica. Sive Modvs Ad Integritatem Linguarum Compendio Cognoscendam Maxime Accommodatus ... : Cvm Introdvctione, Et Dvplici indice, Latino-Germanico , Vices Vocabularis supplemente, Argentinae: Zetznerus, 1624; 2. Aufl. 1629.

Nch Comenius (Vorwort) eine erweiterte Fassung von Bathe.

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Johann Amos Comenius, »Janua linguarum reserata« (1631 / 1649)

Johann Amos Comenius (1592–1670), Janua linguarum reserata, sive seminarium linguarum, et scientiarum omnium, hoc est compendiosa latinam linguam perdiscendi methodus – 1. Fassung 1631; 2. Fassung 1649.

Moderne, kritische Ausgabe: Johann Amos Comenius, Janua linguarum reserata. Editio synoptica et critica quinque authenticos textus Latinos necnon Junualem Comenii textum Bohemicum continens. Praecedit commentatio de Comenii Janua linguarum reserata, curavit Jaromir Cervenka, Praha: Statni Pedagogické Nakl. 1959.

Frühe deutsche Übersetzung: Aufgeschlossene Sprachen Thür: Oder Ein Pflantz Garten aller Sprachen und Wissenschaften. Daß ist: Kurtze, und Vortheilhaftige Anleitung, die Lateinische und alle andere Sprachen, zugleich mit den Gründen der Wissenschaften, und Künste, wol zu lernen, in hundert Capitel, und tausend vollkommene Sprüche gefasset. Die dritte Außßfertigung, welche nicht allein reiner ... umb tausend Wörter vermehret ist, sampt einer richtigen Deutschen Verdolmetschung, und vollkomenem Register der Capitel und Wörter, 3. Ausfertigung, Leipzig: Gross, 1633.

Im Vorwort erwähnt Comenius, dass die Idee zu einem für Schüler nach Sachgruppen geordneten und mit einfachen Sätzen ausgestalteten Wörterbuch für den Lateinunterricht von Bathe (er kennt ihn nur als e Iesuitis nonnemo, Hibernus) stammt. Er rügt an dessen Vorgehen nicht das System, sondern nur pädagogisch-didaktische Mängel (für Anfänger zu komplizierte Wörter und Wendungen).

Zur Metapher: Scheinet demnach/ daß wir also eine mit stracken Pfosten (der Dinge selbst) wolbefästigte Sprachen-Thür haben werden/ welche in den leichtbeweglichen Thür-Angeln (eines nachschlags Wörter-Buchs) geschwind eröffnet/ vnd durch den bereitfertigen Schlüssel (der Grammatick) behende auffgeschlossen werden kan. (aus dem Vorwort in der Ausgabe 1642)

Comenius bietet nicht nur Wörter und zu einem Konzept passende Wortcluster, sondern ganze Sätze, zum Beispiel (1631er Ausgabe, Nr. 613): Urbem muniunt mœnia, aggeres, valla & valli, propugnaculæ – Die Stadtmawren/ Thämme/ Wälle/ die Pfahlwerck (Palisaden) vnd Pasteyen (Bolwercke) befästigen eine Stadt.

Seltsamerweise hat Comenius für die zweite Auflage (1649) das System umgekrempelt.

Andreas Rivinus, Vertheidigung der in Spanien erfundenen Januae linguarum, wider eines unzeitigen Eiverers, und ungesunden Reformatoris oder Thür-Stürmers ungültige, und übel-gegründete, kindische motiven: ... Darbey zubefinden, was von des Comenii Januâ und andern Sententiis zu halten? und ob sie der obigen vorzuziehen? o.O., [ca 1630].

Inhaltsübersicht der Ausgabe 1631 [pop-up]

Eine Seite [jpg] aus der dreisprachigen Ausgabe »cum versione Germanica et Gallica ...«, Amstelodami: Iansson 1642.

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John Wilkins, »An Essay … a philosophical language« (1668)

John Wilkins, An Essay towards a real Character and a philosophical language, London: Gellibrand & Marby, 1668. – Faksimile dieser Ausgabe: Bristol: Thoemmes, 2002.

Im Traktat von John Wilkins (1614–1672) wird das Universum in 40 Klassen unterteilt, diese wiederum in Gattungen, diese in Species. Die Klassen bekommen eine einsilbige sprachliche Bezeichnung, die Gattungen zusätzlich einen Konsonant, die Arten daran angehängt einen Vokal. Beispiel: de bedeutet ›Element‹, deb bedeutet ›Feuer›, deba ›Flamme‹. Also eine logisch sauber konstruierte Universalsprache, die allen Unsinn der natürlichen Sprachen vermeidet.

Umberto Eco, Die Suche nach der vollkommenen Sprache, München 1994, Kapitel 12 = S. 245–266.

Werner Hüllen, English dictionaries, 800–1700: the topical tradition, Oxford University Press 2006: Kapitel 8.

Jorge Luis BORGES stellt in seinem Aufsatz »El idioma analítico de John Wilkins« (1942) anhand von Beispielen aus dem Werk von Wilkins fest, dass innerhalb der Klassen, Gattungen und Arten dennoch Ambiguitäten, Redundanzen und andere Unzulänglichkeiten bestehen, welche an eine chinesische Enzyklopädie erinnern, die der Sinologe Franz Kuhn bekannt gemacht habe. In einer chinesischen Enzyklopädie würden die Tiere wie folgt gruppiert:

a) Tiere, die dem Kaiser gehören, b) einbalsamierte Tiere, c) gezähmte, d) Milchschweine, e) Sirenen, f) Fabeltiere, g) herrenlose Hunde, h) in diese Gruppierung gehörige, i) die sich wie Tolle gebärden, k) die mit einem ganz feinen Pinsel aus Kamelhaar gezeichnet sind, l) und so weiter, m) die den Wasserkrug zerbrochen haben, n) die von weitem wie Fliegen aussehen.

Der spanische Text im Web [www]
Spanisch mit synoptischer englischer Übersetzung [www]

Borges karikiert jedes universalsprachliche Unternehmen, das auf einer taxonomischen Klassifikation aufbaut: »notoriamente no hay clasificación del universo que non sea arbitraria y conjectural«, denn nur wenn man den »secreto diccionario de Dios« kennen würde, würde man diese Sprache erschließen können. (Es gab übrigens tatsächlich einen Sinologen Franz Kuhn; dieser hat aber nie über eine Enzyklopädie gearbeitet. Die ›Quellenangabe‹ von Borges ist also ein besonders subtiler Trick, den Fake zu kaschieren.).

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Johann Joachim Becher, »Novum organum« 1670

Joannes Joachimus Becherus, Novum ... organum pro Verborum copia, in quavis materia, expedite acquirenda ... , Monachii 1670.
Joannes Joachimus Becherus, Novum Organum philologicum pro verborum copia in quavis materia acquirenda. Das ist: Neuer Werkzeug der Wohlredenheit, Worinnen von jeder Sch zu reden Wörter gnugsam erfunden werden können, Editio secunda, paragraphorum distinctione et versione Germanica ad aucta. Francofurti ad Moenum: Zunner 1674.

Becher unterteilt seinen Thesaurus zuoberst in grammatikalische Kategorien: I. Substantiva – II. Adjectiva – III. Particulæ (Adverbia. Conivnctiones. Præpositiones. Interiectiones) – IV. Verba.

Jede dieser Klassen wird nach Topoi unterteilt in: I. Substantia – II. Qualitas – III. Quantitas – IV. Locus. – V. Tempus – VI. Gustus – VII. Odor – VIII. Visus – IX. Auditus – X. Tactus – XI. Potentia agendi – XII. Voluntas – XIII. Ratio – XIV. Virtus, Vitium.

Innerhalb dieser Rubriken erfolgt die Anordnung relativ chaotisch. In der gesichteten Ausgabe 1764 wird der Thesaurus erschlossen durch einen systematischen Index sowie einen Index … Vocabulorum und ein Register über alle … Teutsche Wörter, die auf die Paragraphenziffern des Inventars verweisen.

Die Gliederung ist auf dem Titelbild [www] der Ausgabe 1674 visualisiert.

In Iselins Lexikon (Basel 1726, I, 416f.) wird erwähnt, das der Universalgelehrte Becher (1645–1685) unter anderem »eine Sprache der Welt haben darlegen wolle, vermittelst welcher eine jede Nation die andere verstehen könte, in einem Buch, welches er unter dem Titul ›Character pro notitia linguarum universali‹ zu Franckfurt Teutsch und Lateinisch drucken lassen.« Das Buch ist 1661 erschienen. Dabei handelt es sich nicht um kryptographisches Werk, sondern wie bei Wilkins um Pasigraphie: eine Kunstsprache, die für Menschen der unterschiedlichsten Muttersprachen verständlich sein will. In den 60er Jahren haben sich Theoretiker der maschinellen Übersetzung dafür interessiert, vgl. Allgemeine Verschlüsselung der Sprachen ... Mit einer interpretierenden Einleitung von Walter Georg Waffenschmidt, Stuttgart: Kohlhammer 1962 (Veröffentlichungen der Wirtschaftshochschule Mannheim, Reihe 1, Band 10).

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Michael Pexenfelder, »Apparatus eruditionis« (1670)

Michael Pexenfelder, Apparatus eruditionis, tam rerum quam verborum, per omnes artes et scientias : cum indicibus ... qui postremus index locupletissimus copiosi et novis vocabulis tàm Latinis quàm Germanicis instructissimi lexici instar esse possit, Norimbergae: Endter, 1670.

In seinem von Comenius beeinflussten Werk erweitert Michael Pexenfelder S. J. (1613–1685) die Kenntnis des lateinischen Wortschatzes mit enzyklopädischem Wissen. So stellt es einen systematischen Grundriss des Wissens dar, das an Lateinschulen des 17. Jahrhunderts, insbesondere Jesuitengymnasien, vermittelt wurde. Das Buch erschien in mehreren Auflagen (1680, 1687, 1704, 1744, 1798).

[Die folgende Einteilung stammt von den Bearbeitern des Index bei Mateo:] Einleitung, unbelebte Natur – Pflanzen – Tiere – Mensch – Land- und Hauswirtschaft – Handwerk – Fortbewegung, Sinneswahrnehmung – Freie Künste – Messung, Münzen, Optik, Erd- und Himmelbeschreibung, Zeitrechnung – Geschichte – Sittenlehre – Höhere Fakultäten, Hauswesen – Verfassung, Bräuche, Handel – Religion – Symbolik, Schluss

Inhaltsübersicht und Digitalisat der Ausgabe von 1670 bei MATEO [www]

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Peter Mark Roget, »Thesaurus« (1852)

Peter Mark Roget (1779–1869), »Thesaurus of English Words and Phrases«, 1852.

Ausgabe von 1856 bei GoogleBooks [www]

Hypertext version of the 1911 edition (Kyoto Notre Dame University) [www] Das Einteilungsprinzip von Roget ist auf der Startseite übersichtlich erkennbar. Ausklappbare Unterkategorien

Roget compiled his Thesaurus for »those who are unpractised in the art of composition, or unused to extempore speaking. … It is to those who are thus painfully groping their way and struggling with the difficulties of composition, that this Work professes to hold out a helping hand.«

Ab 1886 erscheint eine amerikanische Ausgabe (ed. Thomas Y. Crowell).

Rogets Einteilungsprinzip wurde fürs Deutsche übernommen von Anton Schlessing, Deutscher Wortschatz oder Der passende Ausdruck. Praktisches Hilfs- und Nachschlagebuch in allen Verlegenheiten der schriftlichen und mündlichen Darstellung für Gebildete aller Stände und Ausläder welche einer correcten Wiedergabe ihrer Gedanken in deutscher Sprache sich befleissigen. Mit einem den Gebrauch ungemein erleichternden Hilswörterbuch, Stuttgart: 1881.

Das Buch wurde von verschiedenen Bearbeitern neu lanciert: von der 7. Auflage an Hugo Wehrle, Deutscher Wortschatz. Ein Wegweiser zum treffenden Ausdruck; die 12. Aufl., völlig neu bearb. von Hans Eggers, Stuttgart: Klett 1961.

Die amerikanische Ausgabe »Roget’s International Thesaurus« wurde in der 5. Auflage 1992 von Robert L. Chapman umstrukturiert und enthält hier 15 Kategorien.

Werner Hüllen, A history of Roget’s Thesaurus. Origins, development, and design, Oxford Univ. Press 2004.

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Sanders, »Deutscher Sprachschatz« (1873ff.)

Daniel Sanders (1819–1897), Deutscher Sprachschatz, geordnet nach Begriffen, zur leichten Auffindung und Auswahl des passenden Ausdrucks. Ein stilistisches Hülfsbuch für jeden Deutsch Schreibenden, Hamburg: Hoffmann & Campe 1873–1877. – Reprint Mit einer ausführlichen Einleitung und Bibliographie von Peter Kühn, Tübingen: Niemeyer, 1985.

Sanders hat sich von Roget anregen lassen, dessen System aber verändert.

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Dornseiff, »Wortschatz nach Sachgruppen« (1934)

Franz Dornseiff (1888–1960), Der deutsche Wortschatz nach Sachgruppen, Berlin: de Gruyter 1934 [Vorwort datiert 1933] . Die Systematik wurde in Neuauflagen umgestellt.

8. Ausgabe, überarbeitet von Uwe Quasthoff, Herbert Ernst Wiegand, mit einer lexikographisch-historischen Einf. und einer ausgew. Bibliogr. zur Lexikographie und Onomasiologie von Herbert Ernst Wiegand [mit elektronischer Version auf CD-ROM], Berlin: Walter de Gruyter 2004.

Aufbau im Kapitel ›Ein Beispiel‹

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Hallig / von Wartburg »Begriffssystem« (1952)

Rudolf Hallig / Walther von Wartburg, Begriffssystem als Grundlage für die Lexikographie; 1952, 2.Aufl. 1963.

Aufbau im Kapitel ›Ein Beispiel‹

Das Begriffssystem dient der vergleichend-dialektgeographischen Forschung. Der Romanist W. Ziltner hat das System zum Aufbau seines Repertoriums von Metaphern und Gleichnissen der altfranzösischen Literatur verwendet:

Werner ZILTENER, Repertorium der Gleichnisse und bildhaften Vergleiche der okzitanischen und der französischen Versliteratur des Mittelalters, Bern: Francke 1972–1989.

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Schröpfer (1979ff.)

Johannes Schröpfer, Wörterbuch der vergleichenden Bezeichnungslehre, Heidelberg 1979ff. [Die Publikation ist bei Lieferung 7/8 (1989) stehengeblieben.]

Das System wird dargestellt auf S. XCV – CIII. Interessant sind besonders die Prädikabilien, aristotelischen und kantschen Kategorien und Urteilstypen in Sektion 1.

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»Kontaktschwelle« (1980)

M.Baldegger / M.Müller / G.Schneider, Kontaktschwelle Deutsch als Fremdsprache, Berlin: Langenscheidt 1980.

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»A Thesaurus of Old English« (2005)

Jane Roberts & Christian Kay with Lynne Grundy, A Thesaurus of Old English, 2 vols, King's College London 1995
(Medieval Studies XI)

Online-Ausgabe der Universität Glasgow [www] mit ausklappbaren Unterkategorien

01. The Physical World
02. Life and Death
03. Matter and Measurement
04. Material Needs
05. Existence
06. Mental Faculties
07. Opinion
08. Emotion
09. Language and Communication
10. Possession
11. Action and Utility
12. Social interaction
13. Peace and War
14. Law and Order
15. Property
16. Religion
17. Work
18. Leisure

ausgebaut zu: Historical Thesaurus of the Oxford English Dictionary, Edited by Christian Kay, Jane Roberts, Michael Samuels and Irene Wotherspoon, Oxford University Press 2009.

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Ein Beispiel: der systematische Ort des Konzepts {Reise} im Vergleich …

Empfehlung: zum Vergleich alle PDF-Dateien miteinander öffnen. (Mac-User: Safari öffnet PDFs sofort; Firefox fragt zuerst an, ob er soll.)

»It ist striking that all compilers of thesauruses claim that their own structure ist the most logical and/or natural.« (A. Fischer, l.c. p. 49) — A. Fischer demonstriert die verschiedenen Systeme anhand der Verortung von {Marriage} und {Laughing/laughter}.

nach Pexenfelder, Apparatus eruditionis 1670 [als PDF in neuem Fenster]

nach Pierer, 2. Auflage, 1840 (Vorwort mit Systematik) [als PDF in neuem Fenster] ; sieh 19.B.b.

nach der 1876 und oft revidierten Klassifikation der Dewey Decimal Classification [www] unter Nr. 910

nach Dornseiff, Deutscher Wortschatz nach Sachgruppen, 1. Aufl. 1934 [als PDF in neuem Fenster]

nach Wehrle / Eggers, Deutscher Wortschatz, 11. Auflage 1954 [als PDF in neuem Fenster]

nach Hallig / v.Wartburg, »Begriffssystem« 2. Aufl. 1963 [als PDF in neuem Fenster]

nach Roberts & Kay, »A Thesaurus of Old English« [als PDF in neuem Fenster]

Das Konzept {Reise} wird offensichtlich in ganz verschiedenen Kontexten/Lebenswelt-Ausschnitten verortet/untergebracht. Nur schon bei diesem Beispiel ist auszumachen:

  • abstrakt-logisch beim Thema Ort, Ortsveränderung;
  • bei der Technik des Reisens, in der Nähe der Wegbewältigungsmittel;
  • beim Fach Geographie, wo v.a. Reiseberichte zu finden sind;
  • im Bereich des Sozialen, wo Menschen einander begegnen.

Dabei ist es nicht möglich, eine historische Reihe der Thesauri zu bilden, etwa ›vom Abstrakten zum Menschlichen‹ oder umgekehrt.

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PMichel Dezember 09; update Januar 2010

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