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Visualisierung von Wissen |
Paul Michel / Johannes Depnering / Marc Winter / Rebekka Stutz:Visualisierung von WissenDas Projekt wurde und wird mit namhaften Beträgen unterstützt von der Cogito Foundation, von der Georg und Bertha Schwyzer-Winiker-Stiftung, von der UBS Kulturstiftung, von der Genossenschaft zum Baugarten. Fragestellung: Wie funktioniert Wissensvermittlung durch Bilder / Graphiken? Dass wir alltäglich einer nur teilweise durchschauten Flut von Bildern ausgesetzt sind, ist eine Binsenwahrheit. Seltsamerweise hört man bildungsbeflissene Kulturkritiker nur über die »Dominanz des Visuellen« klagen, ohne dass jeweils klar gemacht würde, wo denn genau das Kommunikations-Problem liege oder worin allenfalls das Schädliche der Bilder bestehe. Die akademische Welt stellt bisher noch kaum griffige Werkzeuge zur Deutung und Kritik bereit. Am ehesten beschäftigen sich mit dem Problem: die Medienpädagogik sowie Fachhochschulen im Fach Infografik, die »Visual culture studies« im angelsächsischen Raum. Es geht in diesem Projekt nicht um Bilder als Ausdruck eines Gefühls; nicht um Bilder, die die Dinge der Welt neu sehen lassen; auch nicht um appellative Bilder (z.B. solche in der Werbung oder politischen Propaganda) – sondern um Bilder im Dienst der Wissensvermittlung. Die Fragestellung lässt sich so präzisieren: Wie wird Wissen in Form von (einen Text begleitenden oder Text ersetzenden) Bildern, Schemazeichnungen, Diagrammen, Info-Grafiken vermittelt?
Es handelt sich mithin um ein klassisches geisteswissenschaftliches Projekt, das im Dienste der Aufklärung und der Stärkung des sog. ›Mediennutzers‹ steht. Vorgehen Produktion wie Rezeption wissensvermittelnder Bilder lässt sich klären mittels eines hinlänglich auflösenden, systematischen, womöglich kulturübergreifenden Kategorienrasters. Es braucht gleichsam eine »Grammatik der Bildsprache«. Dieses Raster – dessen Entwicklung ist das eigentlich Innovative am Projekt – wird in drei Dimensionen ausgespannt:
Jedes Bild muss im Koordinatennetz (O)-(F)-(T) beschrieben werden können. Um Trennschärfe zu bekommen, muss eine hinlänglich grosse Zahl (je etwa ein Dutzend) von einzelnen Objekttypen, Funktionen, Techniken unterschieden werden. Material-Corpus Im luftleeren Raum über ›das Wesen des Bildes‹ meditieren führt kaum zu Einsichten. Erst anhand konkreter Text-Bild-Komplexe lässt sich ein solches Raster erarbeiten. Dazu muss man in die Fülle der Phänomene eintauchen und Fallbeispiele aus der Geschichte und auch aus fremden Kulturen beiziehen. Den Löwenanteil des Materials liefern Illustrationen in Enzyklopädien. Hier sind wir im Zentrum der Wissensvermittlung, ausserdem sind die Bilder von einem Text umgeben, den sie erhellen bzw. der sie erhellt, was ihre Deutung ermöglicht. Einzelne Bildtypen finden sich auch in spezielleren insbesondere populärwissenschaftlichen Lehrbüchern, Gebrauchsanleitungen, Ratgebern, ja sogar in der Erbauungsliteratur. Grundsätze Stichwortartig: Materialbasiertes Arbeiten auf der Grundlage der europäischen Geschichte (von Gutenberg bis zur Gegenwart) und ausser-europäischer Beispiele (China); logisch-analytische Betrachtungsweise; gut verständliche, jargonfreie Wissenschaftssprache; Bestreben, über punktuelle Studien hinaus zu einem umfassenden Modell zu gelangen; Aufdeckung des Unterschieds zwischen wirklich erhellenden Visualisierungen, nichtssagender Garnitur und ideologisch instrumentalisierten Bildern. Stand des Projekts Die (nicht öffentlich zugängliche) Datenbank mit dezidiert ausgewählten (und teilweise bereits interpretierten) Bildern-im-Kontext umfasst derzeit ca. 250 Einträge, wobei pro Eintrag in der Regel mehrere Untertypen aufgenommen sind. Dieses Material harrt zu zwei Dritteln noch der Interpretation. (Stand Ende 2011) Das Kategorienraster ist weitgehend erstellt; allfällige Ergänzungen und Korrekturen dürften sich indessen bei der Interpretation des Bildmaterials ergeben. Insofern als Visualisierungen einerseits in ganz verschiedenen Sach-Gebieten vorkommen, ist ein interdisziplinäres Arbeiten notwendig. Wir brauchen dringend Hilfe von Biologen, Geographen, Technikern. Diese punktuellen, outgesourcten Dienstleistungen müssen bezahlt werden. Wer profitiert davon? Wir möchten nicht ein Buch schreiben, das in Bibliotheksmagazinen verdämmert. Wenn die Phase der wissenschaftlichen Analyse abgeschlossen ist, ist geplant, ein Lehrmittel für Gymnasiasten, Schüler an Berufsschulen und BA-Studierende zu publizieren. – Vor aller Didaktisierung muss aber die Sache geklärt sein Kontaktadresse für Informationen (und insbesondere Sponsoren): enzyklopaedie - apetail - hotmail - dot - com . |
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Aus der Werkstatt von VisWisVisualizing Knowledge (englische Projektbeschreibung) Visualisierung von prudenzialem Wissen. Die Holzschnitte des Petrarkameisters in »Von der Artzney bayder Glück« (1531) Cogito foundation; R-125/09 [www] Figuren-Typen in Visualisierungen Bäume des Wissens Logik und Visualisierungen von Tabellen Bilder [www – Wiki der ETHZ] in E. G. Happel, »Gröste Denckwürdigkeiten der Welt« (Hamburg 1683–1691) . . . |
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Link-Liste zumThema »Graph Visualization«
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Projekte, die sich mit diesem Thema befassen
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Hinweise auf Publikationen
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Sagt ein Bild wirklich mehr als 1000 Worte?Zur Herkunft des Klischees vgl. den Eintrag in der engl. Wikipedia [www] Der Satz stimmt nur mit Einschränkungen. Test: Was ist auf diesem Bild dargestellt?
Zuerst selber eine Vermutung formulieren, dann: Lösung in neuem Fenster [pop-up] Update 15.5.12 PM |
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